Abkühlung

Beschreibung Die Kenngröße beschreibt die Stärke der nächtlichen Abkühlung im Sommer.
Definition Summe der täglichen Temperaturdifferenzen zwischen Tageshöchst- und Tagestiefsttemperatur für alle Tage von Juni bis September. Die Einheit ist Kelvin·Tag. Je höher der Wert, desto größer sind die täglichen Temperaturschwankungen und desto stärker ist die nächtliche Abkühlung im Sommer.
Auswirkung
  • Kühlung öffentlicher Räume
  • Reduzierung hitzebedingter Belastungen
  • Verbesserung Aufenthaltsqualität

 

Impactanalyse

Eine stärkere Abkühlung wirkt direkt verringernd auf die Aufheizung öffentlicher Plätze. Dadurch können hitzebedingte Belastungen im öffentlichen Raum reduziert werden, was sich indirekt positiv auf die Herz-Kreislauf-Belastung, die Nutzung öffentlicher Räume sowie die Wohn-/Lebensattraktivität auswirken kann. Gleichzeitig wird die Abkühlung selbst durch das Phänomen der urbanen Wärmeinsel beeinflusst, da diese die kühlenden Effekte abschwächen kann.

 

Klimatische Ausprägung

Im Zeitraum 1991-2020 zeigt sich im Landkreis Freudenstadt eine räumlich unterschiedliche Ausprägung der Abkühlung. Insgesamt fällt die Abkühlung im östlichen Teil stärker aus als im Westen. Dies dürfte insbesondere damit zusammenhängen, dass sich diese Bereiche tagsüber stärker aufheizen und dadurch auch ein größeres Abkühlungspotenzial in der Nacht besteht. 

In einem um +2 °C erwärmten Klima deutet der Median zunächst auf eine leichte Verschlechterung hin, das heißt, die Abkühlung fällt tendenziell etwas geringer aus. Gleichzeitig ist die Spannweite der Ergebnisse sehr groß: Sie reicht von einer deutlichen Abnahme (bis etwa −20 K·Tage) bis hin zu einer möglichen Zunahme von rund +25 K·Tagen. 

Für das +3 °C-Szenario ergibt sich im Mittel eine Zunahme der Abkühlung um etwa +20 K·Tage, mit möglichen Ausschlägen bis zu +50 K·Tagen. Dies könnte auf eine stärkere nächtliche Entlastung hindeuten. Allerdings sind auch hier die Ergebnisse insgesamt nicht eindeutig: Im gesamten Landkreis zeigen sich keine robusten Veränderungen. Für die Praxis bedeutet das, dass sowohl Zu- als auch Abnahmen denkbar sind und die Entwicklung dieser Kenngröße vorsichtig interpretiert werden sollte.

Klimaanpassungsmaßnahmen

Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

Fokusmaßnahmen – Aufheizung Öffentlicher Plätze

  • Ausbau von Verschattung, z. B. durch Bäume, Pergolen, Sonnensegel oder bauliche Verschattungselemente
  • Schaffung und Stärkung von Verdunstungsflächen, z. B. durch Grünflächen, entsiegelte Flächen, Wasserflächen oder klimaangepasste Begrünung
  • Förderung der Durchlüftung, z. B. durch Freihalten von Frischluftschneisen und angepasste städtebauliche Strukturen
  • Reduktion stark aufheizender Oberflächen, z. B. durch helle Materialien, Entsiegelung oder begrünte Oberflächen
  • Durchlüftung durch geeignete städtebauliche Strukturen