Klimakenngrößen für das Anpassungsfeld Tourismuswirtschaft
Die "Tourismuswirtschaft" gehört zum übergeordneten Feld der "Ökonomie". Diese umfasst die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Aktivitäten einer Stadt, die Wohlstand, Beschäftigung und regionale Entwicklung beeinflussen:
- Allgemein: Umfasst die übergeordneten wirtschaftlichen Strukturen und Entwicklungen einer Region. Dazu zählen beispielsweise Arbeitsplätze, Pendlerströme, Wirtschaftswachstum, Kaufkraft sowie die allgemeinen Lebenshaltungskosten.
- Tourismuswirtschaft: Beinhaltet alle wirtschaftlichen Aktivitäten rund um den Tourismus sowie die dafür erforderliche Infrastruktur. Hierzu gehören saisonale Freizeit- und Erholungsangebote, der Kur- und Gesundheitstourismus, der Tagestourismus sowie touristische Einrichtungen und Dienstleistungen.
Gemeinsam prägen sie die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Standorts. Für das Studiengebiet Freudenstadt wurde hier der Fokus auf die Tourismuswirtschaft gelegt. Für diese wurden die folgenden Klimakenngrößen auf Grundlage lokaler Erfahrung und wissenschaftlicher Vorarbeiten identifiziert:
| Klimakenngröße | Beschreibung |
| Extreme Starkregentage |
Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit extremen Niederschlagsmengen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die Schäden an Rad- und Wanderinfrastruktur verursachen können. |
| Hitzewellen |
Die Kenngröße beschreibt Perioden mit anhaltend hohen Temperaturen, die als Hitzewellen auftreten. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die die touristische Attraktivität von Regionen vermindern und zu einem Rückgang von Tagestourismus sowie Übernachtungsgästen führen können. |
| Langlauftage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Winter, an denen durch ausreichend niedrige Temperaturen in Kombination mit mittlerem Schneefall eine hinreichende Schneedecke für das Skilanglaufen entstehen kann. |
| Schneefreie Tage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Winter, an denen trotz ausreichend niedriger Temperaturen kaum Schnee fällt und keine winterlichen Bedingungen entstehen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, unter denen schneeunabhängige Alternativen im Wintertourismus an Bedeutung gewinnen. |
| Skifahrtage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Winter, an denen durch ausreichend niedrige Temperaturen in Kombination mit starkem Schneefall eine hinreichende Schneedecke für das Skifahren entstehen kann. |
| Tage für Radtourismus | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit angenehmen Temperaturen und geringen Niederschlägen, die sich besonders gut für Radfahraktivitäten eignen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die ein komfortables Umfeld für den Breitensport im Radtourismus abbilden. |
| Tage mit Potenzial für Kunstschnee | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Winter, an denen die Temperaturen ausreichend niedrig sind, jedoch zu wenig natürlicher Schnee für eine Schneedecke zum Skifahren fällt. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, unter denen die technische Beschneiung möglich ist, um eine ausreichende Schneedecke zu gewährleisten. |
| Wandertage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit angenehmen Temperaturen, die weder zu niedrig zu hoch sind, und gleichzeitig geringen Niederschlägen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die günstige Voraussetzungen für den Wandertourismus bieten. |
| Winterwandertage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Winter, an denen durch ausreichend niedrige Temperaturen in Kombination mit leichtem Schneefall eine winterliche Landschaft entsteht. |