Baumschnitttage

Beschreibung Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen, die sich aufgrund von Frost und gleichzeitig geringer Schneebedeckung besonders gut für Schnittmaßnahmen eignen.
Definition Anzahl der Tage pro Jahr, an denen gleichzeitig Frost und kaum Niederschlag auftreten. Dabei handelt es sich um Tage, an denen die Temperatur unter 0 °C fällt und gleichzeitig nur sehr geringe Niederschlagsmengen von höchstens 0,5 mm auftreten.
Auswirkung
  • Längere Pflegezeiträume
  • Effizientere Personaleinsatzplanung

 

Impactanalyse

Eine erhöhte Anzahl an Baumschnitttagen wirkt direkt verlängernd auf die Zeitspanne für Schnittmaßnahmen. Dadurch können Pflegearbeiten flexibler über einen längeren Zeitraum verteilt werden, was den Personalbedarf für Pflege und Unterhalt von Forst- und Grünanlagen reduzieren kann. Der tatsächliche Pflegeaufwand wird jedoch zusätzlich durch die Pflanzenvitalität, den Bedarf an künstlicher Bewässerung sowie die Menge an öffentlichen Grünflächen und Waldflächen beeinflusst.

Klimatische Ausprägung

Im Zeitraum 1991–2020 treten im Landkreis Freudenstadt Baumschnitttage häufiger im östlichen als im westlichen Teil auf. Im Mittel sind etwa 62 Tage pro Jahr zu verzeichnen.

Bereits im +2 °C-Szenario zeigt sich ein klarer Rückgang im gesamten Landkreis. Im Durchschnitt nehmen die Baumschnitttage um rund 10 Tage pro Jahr ab. Die Abnahme verläuft dabei relativ gleichmäßig über die Fläche.

Für das +3 °C-Szenario setzt sich dieser Trend fort und verstärkt sich deutlich. Im Mittel ist mit etwa 15 Tagen weniger zu rechnen, in einzelnen Ausprägungen kann der Rückgang sogar bis zu 30 Tage betragen, was nahezu einer Halbierung entspricht. Insgesamt ist damit von einer klaren und flächendeckenden Abnahme der Baumschnitttage auszugehen.

Klimaanpassungsmaßnahmen

Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

Ergänzende Maßnahmen – Zeitspanne Schnittmaßnahmen

  • Vorausschauende Planung und Organisation von Schnittmaßnahmen unter Einbezug von Wettervorhersagen und saisonalen Entwicklungsverläufen
  • Nutzung erweiterter Zeitfenster zur Entzerrung des Personaleinsatzes
  • Optimierung der Einsatz- und Tourenplanung zur effizienten Verteilung von Personal, Maschinen und Arbeitsaufträgen
  • Einsatz effizienter Technologien und Geräte zur Durchführung von Schnittmaßnahmen
  • Priorisierung besonders sicherheitsrelevanter oder pflegeintensiver Bereiche bei begrenzten personellen Kapazitäten