Perioden der Grundwasserneubildung

Beschreibung Die Kenngröße beschreibt Perioden mit mehreren Tagen mit gleichmäßigem, mittelstarkem Niederschlag (Landregen).
Definition

Anzahl der Zeiträume pro Jahr, in denen an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen die tägliche Niederschlagssumme zwischen 2,5 mm und 20 mm liegt.

Auswirkung
  • Versickerung
  • Grundwasserneubildung
  • Auslastung Kanalisation

Impactanalyse

Eine zunehmende Anzahl an Perioden der Grundwasserneubildung wirkt direkt positiv auf die Versickerung. Dadurch kann mehr Wasser in den Boden eindringen und zur Grundwasserneubildung beitragen. Gleichzeitig reduziert eine stärkere Versickerung die Auslastung der Kanalisation, da weniger Niederschlagswasser oberflächlich abfließt. Die Versickerung wird jedoch zusätzlich durch weitere Faktoren beeinflusst, insbesondere durch die Permeabilität der Böden, den Anteil versiegelter Flächen, die Vegetationsfläche sowie die Integration von Versickerungskonzepten.

Klimatische Ausprägung

Im Zeitraum 1991–2020 traten im Landkreis Freudenstadt regelmäßig Perioden mit gleichmäßigem, mittlerem Niederschlag auf, die für die Grundwasserneubildung wichtig sind. Diese Perioden waren im gesamten Landkreis verteilt, zeigten sich aber besonders häufig in den mittleren und westlichen Bereichen.

In einem um +2 °C erwärmten Klima wird die Anzahl dieser Perioden leicht zurückgehen. Im Mittel ist mit einer Abnahme von knapp einer Periode pro Jahr zu rechnen. Die Veränderung bleibt damit vergleichsweise gering.

Für das +3°C-Szenario wird sich jedoch eine deutliche und robuste Abnahme zeigen. Im Mittel werden etwa drei oder mehr Perioden wegfallen. Damit wird die Anzahl der Niederschlagsphasen, die zur Speisung der Grundwasserressourcen beitragen, spürbar zurückgehen. Insgesamt ist künftig mit weniger geeigneten Bedingungen für die Grundwasserneubildung zu rechnen.

Klimaanpassungsmaßnahmen

Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

Fokusmaßnahmen – Versickerung

  • Entsiegelung geeigneter Flächen zur Erhöhung der natürlichen Versickerungsfähigkeit
  • Ausbau dezentraler Versickerungsmaßnahmen, z. B. Mulden-Rigolen-Systeme, Versickerungsmulden oder wasserdurchlässige Beläge
  • Schutz und Wiederherstellung versickerungsfähiger Böden durch bodenschonende Flächennutzung und Vermeidung weiterer Bodenverdichtung
  • Integration von Versickerungskonzepten in die Bauleitplanung und kommunale Freiraumplanung
  • Kombination von Versickerungsmaßnahmen mit Regenwasserspeicherung und Schwammstadtansätzen
  • Erhalt und Ausbau von Vegetationsflächen, da diese die Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens verbessern und oberflächlichen Abfluss reduzieren können