Klimakenngrößen für das Anpassungsfeld Soziales und Gesundheit

"Soziales und Gesundheit" umfasst die gesellschaftlichen, demografischen und gesundheitlichen Rahmenbedingungen einer Stadt, die das Wohlbefinden, die Lebensqualität und die Resilienz der Bevölkerung beeinflussen:

  • Bevölkerung: Umfasst die demografischen, sozialen und verhaltensbezogenen Merkmale der Stadtgesellschaft. Dazu zählen beispielsweise Bevölkerungsstruktur, gesellschaftliche Akzeptanz, unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sowie deren Bedürfnisse und Handlungsmuster.
  • Menschliche Gesundheit: Beinhaltet alle Aspekte, die das körperliche Wohlbefinden und die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung beeinflussen. Hierzu gehören sowohl Umweltfaktoren wie die Luftqualität als auch gesundheitliche Belastungen und Risiken.

Gemeinsam beschreiben sie die sozialen und gesundheitlichen Voraussetzungen für ein lebenswertes und widerstandsfähiges Gemeinwesen. Für das Studiengebiet Freudenstadt wurden die folgenden Klimakenngrößen auf Grundlage lokaler Erfahrung und wissenschaftlicher Vorarbeiten identifiziert:

Klimakenngröße Beschreibung
Abkühlung Die Kenngröße beschreibt die Stärke der nächtlichen Abkühlung im Sommer und dient als Maß für klimatische Bedingungen, die die Aufheizung urbaner Räume beeinflussen und damit hitzebedingte Belastungen mindern können.
Hitzewellen Die Kenngröße beschreibt Perioden mit anhaltend hohen Temperaturen, die als Hitzewellen auftreten. Sie dient als Maß für klimabedingte Gesundheitsrisiken, insbesondere für ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen.
Milde Sommerperioden

Die Kenngröße beschreibt Zeiträume mit mehreren aufeinanderfolgenden Tagen im Sommer mit angenehm warmen Temperaturen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, unter denen die Nutzung urbaner öffentlicher Räume als besonders angenehm empfunden wird und die Attraktivität von Standorten für Leben und Wohnen positiv beeinflusst werden kann.

Schlaf-Gut-Nächte

Die Kenngröße beschreibt Sommernächte, in denen die Temperaturen ausreichend niedrig sind, um mit geöffnetem Fenster gut schlafen zu können und einen erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Sie dient als Maß für klimatische Entlastungsphasen, die helfen, den Hitzestress des Tages zu reduzieren, und stellt damit eine Gegengröße zu Tropennächten dar.

Tage mit geringer Staubauswaschung Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Frühjahr und Sommer, an denen aufgrund geringer Niederschläge eine geringere Auswaschung von Pollen und Staub aus der Luft erfolgt. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die zu einer erhöhten Pollenbelastung führen und somit ein gesteigertes Risiko für allergische Beschwerden darstellen.
Tropennächte
Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Nächten mit hohen Temperaturen, in denen keine ausreichende nächtliche Abkühlung erfolgt und somit der Hitzestress des vorangegangenen Tages nicht ausreichend ausgeglichen wird.