Klimakenngrößen für das Anpassungsfeld Urbaner Raum

Der "Urbane Raum" umfasst die räumlichen Strukturen einer Stadt, die das Stadtbild, das Stadtklima und die Nutzung des urbanen Raums prägen:

  • Grüne Infrastruktur
    Umfasst alle natürlichen und naturnahen Flächen in der Stadt, wie Parks, Wälder oder Grünanlagen. Dazu zählen auch Themen wie Pflanzenvitalität, Pflege sowie Auswirkungen auf Luftqualität und Stadtklima.
  • Gebaute Umwelt
    Beinhaltet alle Gebäude und versiegelten Flächen, die das Stadtbild und die Nutzung der Stadt beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Bebauungsstrukturen, Denkmalschutz und Flächenpotenziale für erneuerbare Energien.
  • Verkehr
    Umfasst alle Bereiche der Mobilität und Verkehrsinfrastruktur. Dazu zählen beispielsweise Verkehrsbelastung, Erreichbarkeit sowie Aufgaben wie der Winterdienst und die Straßenräumung.

Gemeinsam bilden sie die Grundlage für das Leben und die Mobilität in der Stadt. Für das Studiengebiet Freudenstadt wurden die folgenden Klimakenngrößen auf Grundlage lokaler Erfahrung und wissenschaftlicher Vorarbeiten identifiziert:

Klimakenngröße Beschreibung
Abkühlung Die Kenngröße beschreibt die Stärke der nächtlichen Abkühlung im Sommer und dient als Maß für klimatische Bedingungen, die die Aufheizung urbaner Räume beeinflusst.
Asphalt-Belastungstage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen, an denen Asphalt durch hohe oder niedrige Temperaturen stark thermisch belastet wird. Sie dient als Maß für klimabedingte Risiken und potenzielle Schäden an der Straßeninfrastruktur.
Baumschnitttage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen, die sich aufgrund von Frost und gleichzeitig geringer Schneebedeckung besonders gut für Schnittmaßnahmen eignen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen unter denen Pflegemaßnahmen an Bäumen besonders bodenschonend durchgeführt werden können, da gefrorene Böden einen erleichterten Maschineneinsatz ermöglichen. 
Bewässerungsperioden Die Kenngröße beschreibt Perioden im Sommer, in denen aufgrund geringer Niederschläge eine Bewässerung von Vegetationsflächen in Siedlungen erforderlich ist. Sie dient als Maß für Trockenperioden, in denen Vegetation verstärkt unter Wassermangel leidet und eine zusätzliche Bewässerung notwendig wird.
Extreme Starkregentage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit extremen Niederschlagsmengen. Sie dient als Maß für Risiken, wie potenzielle Schäden an Infrastruktur und Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit.
Frosttage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit frostigen Temperaturen im Winter. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die die Ausprägung winterlicher Kälte beschreiben und sich auf das Auftreten von Baumkrankheiten und Schädlingen auswirken können.
Heiße Tage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit besonders hohen Temperaturen im Sommer. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die zur Aufheizung öffentlicher Räume, zu gesundheitlichen Belastungen, sowie weitere hitzebedingte Auswirkungen verstärken können.
Stadtgrün-Wachstumstage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit warmem und zugleich nassem Wetter, die ein besonders starkes Wachstum von Stadtgrün, insbesondere von Gräsern, begünstigen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die zu erhöhtem Pflegeaufwand durch schnelles Vegetationswachstum führen.
Starkregentage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit sehr hohen Niederschlagsmengen. Sie dient als Maß zur Abschätzung von Tagen, an denen Niederschläge die Verkehrssicherheit einschränken können.
Trockenperioden Die Kenngröße beschreibt Perioden mit anhaltenden sehr geringen Niederschlägen. Sie dient als Maß zur Abschätzung klimatischer Bedingungen, die zu einer Verringerung der Quellschüttung führen können und damit die Verfügbarkeit von Wasseressourcen beeinflussen.
Winterdiensttage Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen, an denen durch Frost, gefrierende Restfeuchte oder Reifbildung Glätte entsteht oder durch Schneefall Räum- und Streueinsätze erforderlich sind. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die den Einsatz des Winterdienstes notwendig machen. 
Winterdienstperioden Die Kenngröße beschreibt Perioden, in denen zusammenhängende Winterdiensttage auftreten und somit anhaltende Schnee- und Glättesituationen vorliegen. Sie dient als Maß für die Dauer und Kontinuität winterlicher Witterungsbedingungen und unterstützt bei der langfristigen Planung von Ressourcen im Winterdienst.