Wandertage
| Beschreibung | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit angenehmen Temperaturen, die weder zu niedrig zu hoch sind, und gleichzeitig geringen Niederschlägen. |
| Definition |
Anzahl der Tage pro Jahr, an denen die Tageshöchsttemperatur bestimmte Mindestwerte erreicht, jedoch 25 °C nicht überschreitet, und gleichzeitig höchstens 5 mm Niederschlag fällt. Dabei gelten je nach Jahreszeit unterschiedliche Temperaturschwellen: In den Monaten April, Mai, September und Oktober beträgt die Mindesttemperatur 10 °C, in den Monaten Juni, Juli und August mindestens 15 °C. |
| Auswirkung |
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Impactanalyse
Eine zunehmende Anzahl an Wandertagen wirkt direkt positiv auf die Sommeraktivitätsmöglichkeiten. Dadurch können die Naherholung gestärkt und nachgelagert auch die Tourismusattraktivität eines Standorts positiv beeinflusst werden. Die Sommeraktivitätsmöglichkeiten werden zusätzlich durch weitere Faktoren geprägt, insbesondere durch Tage für Radtourismus sowie die Qualität der Rad- und Wanderinfrastruktur. Bei einer ungünstigen Entwicklung können zudem witterungsunabhängige Angebote an Bedeutung gewinnen, um Einschränkungen bei wetterabhängigen Aktivitäten auszugleichen.

Klimatische Ausprägung
Im Zeitraum 1991–2020 herrschten im Landkreis Freudenstadt insgesamt sehr gute Bedingungen für das Wandern. Besonders im östlichen Teil traten mit bis zu 270 Tagen pro Jahr nahezu ganzjährig geeignete Bedingungen auf. In den westlichen Bergregionen war die Wandersaison mit etwa fünf bis sechs Monaten deutlich kürzer.
In einem um +2 °C erwärmten Klima werden sich die Wandertage insgesamt nur gering verändern, sodass die Bedingungen weitgehend stabil bleiben werden.
Für das +3 °C-Szenario zeigen sich gegensätzliche Entwicklungen: In den westlichen Bergregionen wird sich die Wandersaison voraussichtlich um etwa zehn Tage oder mehr verlängern und damit aus temperaturlicher Sicht attraktiver werden. Im östlichen Teil wird sie sich dagegen um rund zehn Tage verkürzen, da es dort häufiger zu warm wird. Insgesamt sind diese Veränderungen jedoch nur in den äußeren Randbereichen robust und sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden.

Klimaanpassungsmaßnahmen
Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:
Fokusmaßnahmen
Sommeraktivitätsmöglichkeiten
- Erhalt und Ausbau attraktiver Wanderwege und naturnaher Freizeitangebote zur Stärkung der Sommeraktivitätsmöglichkeiten
- Verbesserung der Qualität der Rad- und Wanderinfrastruktur, z. B. durch Instandhaltung, Beschilderung, Rastmöglichkeiten und sichere Wegeführung
- Anpassung touristischer Angebote an klimatische Bedingungen, z. B. durch schattige Routen, Trinkwasserstellen oder kühlere Aktivitätszeiten
- Kommunikation geeigneter Wanderangebote auf Basis aktueller Wetter- und Wegeinformationen
- Verknüpfung von Wanderangeboten mit Naherholung, Gastronomie und weiteren Freizeitangeboten zur Stärkung der Tourismusattraktivität
Witterungsunabhängiges Angebot
- Ausbau wetterunabhängiger Freizeit-, Kultur- und Gesundheitsangebote als Ergänzung zu wetterabhängigen Wanderaktivitäten
- Entwicklung flexibler Indoor-Angebote, z. B. Sport-, Erlebnis-, Bildungs- oder Familienangebote
- Vernetzung witterungsunabhängiger Angebote mit bestehenden Tourismus- und Naherholungsstrukturen
- Kommunikation alternativer Angebote bei ungünstiger Wetterlage oder eingeschränkten Outdoor-Bedingungen
- Förderung ganzjährig nutzbarer Infrastruktur zur Stabilisierung der Tourismusattraktivität und Naherholung