Klimakenngrößen für das Anpassungsfeld Wasser
"Wasser" umfasst alle natürlichen und technischen Prozesse rund um die Verfügbarkeit, Nutzung und Entsorgung von Wasser sowie den Schutz wasserbezogener Ressourcen:
- Wasserversorgung: Umfasst alle technischen und organisatorischen Systeme zur Bereitstellung von Trink- und Brauchwasser. Dazu zählen Gewinnung, Aufbereitung, Verteilung und Nutzung von Wasser sowie wirtschaftliche Aspekte der Wasserbereitstellung.
- Wasserhaushalt: Beinhaltet die natürlichen Prozesse und Zustände, die Menge und Qualität des verfügbaren Wassers beeinflussen. Hierzu gehören unter anderem die Grundwasserneubildung, Bodeneigenschaften und die Wasserführung von Gewässern und Quellen.
- Siedlungsentwässerung: Umfasst alle Bereiche der Ableitung, Behandlung und Nutzung von Abwasser und Niederschlagswasser. Dazu zählen sowohl technische Infrastrukturen als auch Aspekte des Regenwassermanagements.
Gemeinsam bilden sie die Grundlage für eine sichere Wasserversorgung und einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser. Für das Studiengebiet Freudenstadt wurden die folgenden Klimakenngrößen auf Grundlage lokaler Erfahrung und wissenschaftlicher Vorarbeiten identifiziert:
| Klimakenngröße | Beschreibung |
| Extreme Starkregentage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit extremen Niederschlagsmengen. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die zu einer hohen Auslastung der Kanalisation sowie zu Überschwemmungen führen können. |
| Heiße Tage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit besonders hohen Temperaturen im Sommer. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, die zu erhöhter Verdunstung und einer zunehmenden Austrocknung des Erdreichs führen können. |
| Hitzewellen | Die Kenngröße beschreibt Perioden mit anhaltend hohen Temperaturen, die als Hitzewellen auftreten. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, unter denen sich die anhaltende Wärme im Boden auf die Trinkwasserleitungen überträgt, sodass die Wassertemperatur in kritische Bereiche ansteigt und die Wasserqualität beeinträchtigt werden kann. |
| Niederschlagsmenge (saisonal) | Die Kenngröße beschreibt die aufsummierte Niederschlagsmenge getrennt nach den hydrologischen Jahreszeiten (April bis September, Oktober bis März). Sie dient als Maß zur Abschätzung saisonaler Verteilungen und möglicher Verschiebungen von Niederschlägen im Jahresverlauf. |
| Perioden der Grundwasserneubildung | Die Kenngröße beschreibt Perioden mit mehreren Tagen mit gleichmäßigem, mittelstarkem Niederschlag (Landregen). Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, unter denen ausreichende Niederschlagsmengen fallen, um eine Grundwasserneubildung zu ermöglichen. |
| Sommertage |
Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit hohen Temperaturen. Sie dient als Maß zur Abschätzung klimabedingter Anstiege des Wasserverbrauchs in privaten Haushalten, beispielsweise durch vermehrtes Bewässern und gesteigerten Bedarf an Trink- und Brauchwasser. |
| Starkregentage | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen mit sehr hohen Niederschlagsmengen. Sie dient als Maß zur Abschätzung von Tagen, an denen Niederschläge nicht ausreichend versickern können, wodurch das Risiko von Überflutungen steigt und sie nur eingeschränkt zur Grundwasserneubildung beitragen können. |
| Tage mit Risiko für Quelltrübung | Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Starkregentagen im Sommerhalbjahr. Sie dient als Maß für klimatische Bedingungen, unter denen das Risiko erhöht ist, dass vermehrt Trübstoffe in Quellen eingetragen werden und dadurch eine verstärkte Aufbereitung des Quellwassers erforderlich wird. |
| Trockenperioden | Die Kenngröße beschreibt Perioden mit anhaltenden sehr geringen Niederschlägen. Sie dient als Maß zur Abschätzung klimatischer Bedingungen, die zu einer Verringerung der Quellschüttung führen können und damit die Verfügbarkeit von Wasseressourcen beeinflussen. |