Kühltage

Beschreibung Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen, an denen die Temperatur über einem Schwellenwert liegt und somit Kühlbedarf entsteht. Sie dient als Maß zur Abschätzung des klimabedingten Bedarfs an Raumkühlung in Gebäuden.
Definition

Anzahl der Tage pro Jahr, an denen die durchschnittliche Tagestemperatur über 22 °C liegt.

Auswirkung
  • Kühlbedarf
  • Nutzung von Klimaanlagen 
  • Strombedarf

Impactanalyse

Eine zunehmende Anzahl an Kühltagen wirkt direkt erhöhend auf den Kühlbedarf. Dadurch steigt nachgelagert auch die Nutzung von Klimaanlagen, was den Strombedarf in der Kommune erhöhen kann. Gleichzeitig wird der Kühlbedarf durch weitere Faktoren beeinflusst, insbesondere durch die Kühlgradtage, also die Intensität des erforderlichen Kühlens, den energetischen Gebäudezustand, die Anzahl privater Haushalte, medizinische Einrichtungen, Ansiedlungen von Industrie und Gewerbe sowie durch angepasstes menschliches Verhalten.

Klimatische Ausprägung

Im Zeitraum 1991–2020 traten Kühltage im Landkreis Freudenstadt vor allem im östlichen Flachland auf, mit etwa zehn Tagen pro Jahr. In den höher gelegenen Bereichen waren es etwa halb so viele. Es zeigte sich damit bereits eine klare räumliche Differenz im Kühlbedarf.

In einem um +2 °C erwärmten Klima wird die Anzahl der Kühltage deutlich zunehmen. Im Mittel ist bereits fast mit einer Verdopplung zu rechnen, wodurch der Bedarf an Kühlung spürbar ansteigt.

Für das +3 °C-Szenario verstärkt sich dieser Trend nochmals deutlich. Die Anzahl der Kühltage kann sich um das 2,5-Fache erhöhen und in einzelnen Ausprägungen sogar verdreifachen. Besonders im östlichen Teil, wo bereits heute die meisten Kühltage auftreten, wird der stärkste Anstieg zu erwarten sein. Insgesamt wird der Kühlbedarf damit deutlich an Bedeutung gewinnen.

Klimaanpassungsmaßnahmen

Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

Stabilisierende Maßnahmen – Kühlbedarf

  • Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes von Gebäuden, z. B. durch Dämmung, Verschattung, Sonnenschutzverglasung oder helle Fassaden- und Dachflächen
  • Ausbau passiver Kühlmaßnahmen, z. B. natürliche Nachtlüftung, außenliegender Sonnenschutz oder begrünte Dächer und Fassaden
  • Einsatz energieeffizienter Kühlsysteme zur Reduktion des Strombedarfs bei steigender Kühlungsnachfrage
  • Nutzung smarter Gebäudesteuerung zur bedarfsgerechten Kühlung und Vermeidung unnötiger Klimatisierung
  • Begrünung und Entsiegelung im Gebäudeumfeld zur Reduktion der lokalen Aufheizung
  • Energiemanagement in öffentlichen, sozialen und medizinischen Einrichtungen zur Sicherstellung funktionsfähiger Kühlung bei Hitze
  • Sensibilisierung der Bevölkerung und Gebäudenutzenden für angepasstes Lüftungs- und Kühlverhalten