Winterwandertage

Beschreibung Die Kenngröße beschreibt die Häufigkeit von Tagen im Winter, an denen durch ausreichend niedrige Temperaturen in Kombination mit leichtem Schneefall eine winterliche Landschaft entsteht.
Definition

Anzahl der Tage pro Jahr in den Wintermonaten (November bis März), an denen die durchschnittliche Tagestemperatur höchstens 1 °C beträgt und gleichzeitig mindestens 5 mm Niederschlag fällt, der als Schnee angenommen wird (entsprechen etwa 5 cm Schneedecke).

Auswirkung
  • Witterungsabhängige Winteraktivitätsagebote
  • Naherholung
  • Tourismusattraktivität

Impactanalyse

Eine höhere Anzahl an Winterwandertagen wirkt direkt positiv auf die Winteraktivitätsmöglichkeiten. Dadurch können die Naherholung sowie die Tourismusattraktivität eines Standorts gestärkt werden. Die Winteraktivitätsmöglichkeiten werden zusätzlich durch weitere Faktoren beeinflusst, insbesondere durch Langlauftage, Skifahrtage, schneefreie Tage, Sturzgefahr und künstliche Schneeerzeugung. Letztere kann fehlenden Schneefall teilweise ausgleichen, spielt für Winterwanderaktivitäten in der Praxis jedoch meist nur eine untergeordnete Rolle.

Klimatische Ausprägung

Im Zeitraum 1991–2020 traten Winterwandertage im Landkreis Freudenstadt vor allem im westlichen Teil auf, wo Schneefall häufiger war. Dennoch gab es auch im östlichen Teil einzelne Tage mit geeigneten Bedingungen.

In einem um +2 °C erwärmten Klima wird die Anzahl der Winterwandertage spürbar abnehmen. Im Mittel werden zwei bis drei Tage pro Jahr entfallen, wodurch im östlichen Teil künftig kaum noch geeignete Tage verbleiben werden.

Für das +3 °C-Szenario wird sich dieser Rückgang weiter verstärken. Auch im westlichen Teil werden die Winterwandertage deutlich zurückgehen, mit einer Abnahme von etwa sechs bis acht Tagen pro Jahr. Dies entspricht einer Reduktion um rund ein Drittel. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass Winterwandern im gesamten Landkreis deutlich an Bedeutung verlieren wird.

Klimaanpassungsmaßnahmen

Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

Fokusmaßnahmen – Winteraktivitätsmöglichkeiten

  • Erhalt und Pflege geeigneter Winterwanderwege zur Sicherung der Nutzbarkeit bei passenden Witterungsbedingungen
  • Entwicklung schneeunabhängiger oder schneearmer Winterangebote, z. B. Winterwandern, Naturerlebniswege oder geführte Outdoor-Angebote
  • Verbesserung der Wegequalität und Sicherheit, z. B. durch Beschilderung, regelmäßige Kontrolle, Rastmöglichkeiten und sichere Wegeführung
  • Flexible Anpassung touristischer Angebote an die aktuelle Wetter-, Schnee- und Wegequalität
  • Ausbau witterungsunabhängiger Freizeit- und Erholungsangebote als Ergänzung bei ungünstigen Winterbedingungen
  • Stärkung einer ganzjährigen Tourismusstrategie zur Reduktion der Abhängigkeit von schneegebundenen Winteraktivitäten