Bewässerungsperioden
| Beschreibung | Die Kenngröße beschreibt Perioden im Sommer, in denen aufgrund geringer Niederschläge eine Bewässerung von Vegetationsflächen in Siedlungen erforderlich ist. |
| Definition | Anzahl der Perioden mit anhaltendem Bewässerungsbedarf währed der Vegetationszeit. Gemeint sind Zeitabschnitte zwischen April und August, in denen es mindestens zehn Tage in Folge weniger als 1 mm Niederschlag gibt. |
| Auswirkung |
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Impactanalyse
Zunehmende Bewässerungsperioden wirken direkt verstärkend auf den Bedarf an künstlicher Bewässerung. Dadurch steigen sowohl der Wasserverbrauch als auch der Personalbedarf für Pflege und Unterhalt von Forst- und Grünanlagen. Gleichzeitig kann künstliche Bewässerung in Trockenphasen die Pflanzenvitalität positiv beeinflussen und damit hitze- und trockenheitsbedingte Schäden abmildern. Langfristig kann eine höhere Klimaresilienz der Bepflanzung den Bewässerungsbedarf reduzieren und so Wasserverbrauch sowie Pflegeaufwand senken.

Klimatische Ausprägung
Im Zeitraum 1991–2020 treten im Landkreis Freudenstadt sowohl im Osten als auch im Westen im Mittel ein bis zwei Bewässerungsperioden pro Jahr auf. Räumliche Unterschiede sind dabei kaum erkennbar.
In einem um +2 °C erwärmten Klima zeigt sich eine Zunahme der Bewässerungsperioden. Im Maximum ist mit etwa einer halben zusätzlichen Periode pro Jahr zu rechnen. Damit verlängern sich die Zeiträume, in denen eine Bewässerung erforderlich ist, spürbar.
Für das +3 °C-Szenario verstärkt sich dieser Trend weiter. Hier kann die Anzahl der Bewässerungsperioden im Maximum um etwa eine zusätzliche Periode pro Jahr zunehmen, was nahezu einer Verdopplung der bisherigen Zeiträume entspricht. Diese Entwicklung gilt als robust und weist auf einen deutlich steigenden Bewässerungsbedarf hin.

Klimaanpassungsmaßnahmen
Basierend auf der Impact- und Strukturanalyse (vgl. Worauf basiert die Maßnahmeneinteilung?) werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:
Fokusmaßnahmen – Künstliche Bewässerung
- Einsatz klimaresilienter und trockenheitsangepasster Bepflanzung zur langfristigen Reduktion des Bewässerungsbedarfs
- Implementierung bedarfsgerechter und automatisierter Bewässerungssysteme zur Vermeidung von Überbewässerung und zur Reduktion des Wasserverbrauchs
- Optimierung der Bewässerungssteuerung auf Basis klimatischer, bodenbezogener und pflanzenspezifischer Daten
- Nutzung alternativer Wasserquellen, z. B. Regenwasserspeicherung oder aufbereitetes Brauchwasser, zur Entlastung des Trinkwasserverbrauchs
- Priorisierung wasserarmer Pflegekonzepte zur Reduktion von Personal- und Ressourcenaufwand